Donnerstag, 9. November 2017

Denken

























Diese Woche, während einer längeren Stillemeditation, kam in mir allergrößte Begeisterung auf: 
endlich hatte ich eine passende, handwerkliche Geschenkidee,
eine Möglichkeit einen Kuchen frei von... zu backen,
eine passende Antwort, auf eine unpassende Frage,....und so vieles mehr.
Wie effektiv doch diese Gedankengänge waren!

Bis mir dann wieder auffiel, dass ich mir etwas anderes vorgenommen hatte.
Achtsam zu atmen, zu sitzen, meine Gedanken ziehen zu lassen. Das einfachste und zugleich schwerste der Welt...so kommt mir mein Denken immer wieder dazwischen.
Davongaloppierend, sammelnd, koordinierend, auflistend, resümierend. 
Was unser Geist eben so gerne tut. Und der meine auch.

Wie schaffe ich es dauerhaft mich in einem achtsamen Leben zu erproben?
Ich stelle immer wieder fest,wie schwer es ist dies aufrecht zu erhalten: 
Achtsam zu sein, achtsam zu bleiben. Abseits von ständiger Beschleunigung. 
Nicht nur in meinen kleinen selbstgemachten Kreisen,
sondern auch in den größeren Kreisen drumherum.

Wie lebt man ein entschleunigtes Leben in den größeren Strukturen?
In einer Gesellschaft, in der Stille, Schlaf und Zeit Luxus sind?

Insgeheim wissen wir alle, was es bräuchte....

"Aber dass die Gesellschaft als Ganzes sozusagen wieder sich so auf ein menschliches Maß zurückbegibt und nicht mehr verbraucht, als sie regenerieren kann, das ist natürlich ein ganz langer Prozess."
( Wolfgang Schmidbauer, Quelle )

Höre *klick* ein Interview,
das mich im noch weiteren Sinne weiterhin nachdenklich bleiben lässt...
so ziehen die Gedanken ihre Kreise, und ich kümmere mich weiterhin sorgsam um meine Achtsamkeit.



Kommentare:

  1. im moment ist für mich denken, zu schwer... aber die seifenblase hast du gut erwischt! :)))

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  2. Die Seifenblase zu fotografieren ist dir wirklich sehr gut gelungen und achtsam zu leben ist gar nicht so einfach. Ich bemühe mich, aber es gelingt eben nicht immer.

    Liebe Grüße
    Arti

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  3. Es sind lauter kleine Achtsamkeitszellen, die Kreise ziehen, sich durchdringen, neue öffnen... Die Haltung des Zweifelns am Immerschneller, Immermehr, am Selbstoptimierungs"trend", der ja auch die Achtsamkeit schon ergriffen hat, ist auf jeden Fall richtig in meinen Augen (danke für den Link zum Interview). Und wenn dich das Denken bei deiner Achtsamkeitsübung überkommt, dann ist das so. Achtsamkeit ist ja auch Annehmen, Annehmen, was jetzt ist. Mir hat geholfen, als ich vom Sitzen, das mir körperlich extrem schwer fällt, ins achtsame Gehen gekommen bin (Gehmeditation nach Thích Nhất Hạnh), das ich inzwischen auch mit gemeinsam mit anderen übe. Alles Liebe dir! Herzlich Ghislana

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    1. Liebe Ghislana, dann verbindet uns spirituell etwas. Ich gebe Dir Recht, diese Art der Gehmeditation ist eine sehr schöne Art der Achtsamkeit. Herzliche Grüße, Taija

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  4. Wenn das nur so einfach wäre mit dem Alles zurückschrauben!
    Ich kann eigentlich nur für mich versuchen, alles ruhiger und gelassener anzugehen.
    LG Heidi

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  5. ich habe noch nichts von gehmeditation gehört, werde mich aber informieren. ich bin zur zeit zu wenig draußen, das fehlt mir und macht mich unruhig.
    viele grüße an euch beide,
    mano
    das buch, liebe ghislana, hab ich mir bestellt!

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  6. Die Gedanken freundlich begrüßen und wieder ziehen lassen. Oder das kleine Mantra“thoughts drop“ , empfohlen auch vom D.L. persönlich...
    Ja, es ist schwer, dem Treiben um uns herum zu widerstehen. Ich meine, so wie Lachen oder Lächeln, auch wenn man es nur körperlich übt ohne Anlass, uns trotzdem in unserer Haltung verändert und Körper und Seele einen anderen Habitus verleiht, so wird auch jede Übung, dem Lauten, Schnellen zu entfliehen, unsere Seele ein Stück mitnehmen in dieses Selbstverständnis. Und selbst Mit dem Wort Achtsamkeit heute die Menschen unter Leistungsdruck zu setzen in all den hippen Zeitschriften und Büchern,, das ist ja wohl der Gipfel des Zeitgeistes...
    Eigentlich ist ja immer alles da, was wir brauchen.
    Und wenn Denken grade anliegt— manchmal soll ja auch das helfen...😉
    Lieben Lisagruss!

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    1. :-)...das hast Du schön formuliert, liebe Lisa!
      Es ist eine lebenslange Übung. Vor allem wenn man nicht im geschützten Rahmen, wie in einem Kloster, lebt.
      In 3 Jahren täglichen Meditierens verändert sich so manches und wirft Fragen auf, verändert sich die Wahrnehmung innen wie außen und damit das eigene Wertesystem. Was ist eigentlich wichtig? Und wie passe ich diese Veränderungen in den gesellschaftlichen Rahmen ein? Und ist diese von außen vorgegebene Struktur der Maßstab?
      Jeder kleine Ausstieg aus diesem Muster ist bereits eine Wohltat. Und wie Du so schön schreibst, hinterlässt gute Spuren in der Seele.
      Ob mit oder ohne Denken :-). Im Gehen , im Sitzen oder im Tun. Im Miteinander Sein. In allem...Liebe Grüße!

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